Seit März 2024 ist Google Consent Mode v2 im EWR Pflicht – die Grundlagen dazu haben wir im Artikel zum Stichtag 06.03.2024 erklärt. 2026 kommt die nächste Stufe: eine neue Frist, ein zusammengeführtes Signal – und ein Risiko, das viele Konten unbemerkt trifft. Hier der Überblick, einfach erklärt.
Betroffen sind alle, die auf ihrer Website Google Ads, GA4 oder Floodlight einsetzen und Besucher aus dem EWR haben – vom Online-Shop bis zur B2B-Landingpage.
Kurz zur Erinnerung: Was macht Consent Mode v2?
Consent Mode v2 verbindet Ihren Cookie-Banner mit den Google-Tags auf Ihrer Website (Google Ads, GA4, Floodlight). Stimmt ein Besucher zu, laufen die Tags wie gewohnt. Lehnt er ab, entscheidet der gewählte Modus, was passiert – und genau das ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced Mode.
Die vier Signale im Überblick
Consent Mode v2 fragt bei jedem Seitenaufruf vier Zustimmungen ab:
- ad_storage – dürfen Werbe-Cookies gesetzt werden, z. B. für Remarketing?
- analytics_storage – dürfen Analyse-Cookies gesetzt werden (GA4)?
- ad_user_data – dürfen Nutzerdaten für Werbezwecke an Google übertragen werden?
- ad_personalization – dürfen personalisierte Anzeigen wie Remarketing oder Lookalike-Zielgruppen genutzt werden?
Basic Mode vs. Advanced Mode
Im Basic Mode feuert der Google-Tag erst, wenn Zustimmung vorliegt. Lehnt jemand ab, kommt bei Google schlicht nichts an – sauber, aber Sie verlieren jede Information über diese Besucher.
Im Advanced Mode feuert der Tag immer, sendet bei Ablehnung aber nur ein anonymes Signal ohne Cookie und ohne ID (z. B. Uhrzeit, Seitentyp, Browser-Info). Google nutzt diese Pings, um fehlende Conversions statistisch zu modellieren – laut Google lassen sich so bis zu 70 % der sonst verlorenen Conversions zurückrechnen.
Enhanced Conversions ergänzt das Ganze: Dabei werden gehashte Erstanbieter-Daten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer zusätzlich an Google übermittelt. Je nach Branche und sauberer Einrichtung lassen sich damit noch einmal 15 bis 30 % der sonst verlorenen Conversions zurückgewinnen.
Das ändert sich 2026
- Neue Frist: 15. Juni 2026. Konten, die bis dahin nicht angepasst sind, riskieren zusätzliche Lücken in der Attribution.
- ad_storage wird zusammengeführt. Google konsolidiert die Steuerung so, dass ein einziger ad_storage-Parameter Google Ads und YouTube gleichzeitig steuert.
- Stille Ausfälle drohen. Wer nur die beiden alten Signale ad_storage und analytics_storage gesetzt hat, verliert Funktionen wie Enhanced Conversions und Remarketing – ohne Fehlermeldung. Das Konto läuft scheinbar normal, es fehlen einfach die Daten.
Konkret heißt das: Remarketing-Listen schrumpfen, Conversion-Tracking wird lückenhaft und Smart Bidding verliert nach und nach seine Datengrundlage – oft ohne dass im Konto irgendeine Warnung auftaucht.
Was Sie jetzt prüfen sollten
Sendet Ihr Cookie-Banner (CMP) alle vier Signale korrekt an Google?
- Ist Advanced Mode aktiv, oder verlieren Sie bei Ablehnung sämtliche Daten?
- Läuft Enhanced Conversions zusätzlich, um die Lücken aus abgelehnten Cookies zu schließen?
- Zeigt der Tag Assistant bzw. die GTM-Vorschau alle vier Parameter ohne Warnung?
Wenn Sie sich bei einem der vier Punkte nicht sicher sind, prüfen wir Ihr Setup gern – melden Sie sich einfach bei uns.